{"id":343,"date":"2015-08-27T13:54:18","date_gmt":"2015-08-27T11:54:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.mauestiftung.de\/?page_id=343"},"modified":"2018-08-10T11:09:39","modified_gmt":"2018-08-10T09:09:39","slug":"strukturelles-leitbild","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/mauestiftung.de\/?page_id=343","title":{"rendered":"Strukturelles Leitbild"},"content":{"rendered":"<h3>Die Stiftung in ihren einzelnen Funktionen<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/mauestiftung.de\/wp-content\/uploads\/vermoegensaufbau.jpg\" alt=\"\" width=\"391\" height=\"219\" \/><\/p>\n<p>Der zeitliche Verlauf der Summe der Ertr\u00e4ge aus einer Stiftung (oder einer einzelnen Zustiftung) bei verschiedenen effektiven j\u00e4hrlichen (inflationsbereinigten) Renditen aus dem gestifteten Kapital ohne die Ber\u00fccksichtigung von sp\u00e4teren Zustiftungen. Die Idee einer Stiftung besteht darin, dass trotz kontinuierlicher Verwendung der Ertr\u00e4ge f\u00fcr den Stiftungszweck (also nicht f\u00fcr Zinseszinsen) diese in der Summe nach einer bestimmten Zeit das gestiftete Grundstockverm\u00f6gen \u00fcbersteigen. Bei einer Rendite von beispielsweise vier Prozent (lilafarbene Linie) hat die Summe der Ertr\u00e4ge das eingesetzte Stiftungskapital nach 25 Jahren erreicht; danach ist die Summe der Ertr\u00e4ge gr\u00f6\u00dfer als das eingesetzte Grundstockverm\u00f6gen (gr\u00fcn hinterlegter Bereich rechts oben).<\/p>\n<p>Eine <strong>Stiftung<\/strong> ist eine Einrichtung, die mit Hilfe eines Verm\u00f6gens einen vom Stifter festgelegten Zweck verfolgt. Dabei wird in der Regel das Verm\u00f6gen auf Dauer erhalten und die Destinat\u00e4re k\u00f6nnen nur in den Genuss der Ertr\u00e4ge kommen. Stiftungen k\u00f6nnen in verschiedenen rechtlichen Formen und zu jedem legalen Zweck errichtet werden. Die meisten Stiftungen werden in privatrechtlicher Form errichtet und dienen gemeinn\u00fctzigen Zwecken.<\/p>\n<p>Man unterscheidet F\u00f6rderstiftungen, die T\u00e4tigkeiten Dritter finanziell f\u00f6rdern, und <strong>operative Stiftungen<\/strong>, die <strong>zur Erf\u00fcllung<\/strong> des Stiftungszwecks <strong>selbst Projekte durchf\u00fchren<\/strong>. Meist sind Stiftungen auf ewig angelegt. Es werden aber auch Stiftungen mit begrenzter Lebensdauer gegr\u00fcndet, die ihr Verm\u00f6gen nach und nach aufbrauchen (Verbrauchsstiftungen).<\/p>\n<p>Eine <strong>Stiftung<\/strong> hat in der Regel eine Satzung, die unter anderem die Zwecke und die Art ihrer Verwirklichung festschreibt. Nach au\u00dfen wird die Stiftung von einem Vorstand vertreten (der auch anders bezeichnet sein kann), es k\u00f6nnen satzungsgem\u00e4\u00df aber auch zus\u00e4tzliche Organe und Gremien, eingerichtet werden. Im Unterschied zu einem Verein hat eine rechtsf\u00e4hige Stiftung \u2013 in Deutschland die h\u00e4ufigste Rechtsform \u2013 keine Mitglieder und unterliegt der staatlichen Stiftungsaufsicht.<\/p>\n<p>Der juristische Akt der Errichtung einer Stiftung wird als <strong>Stiftungsgesch\u00e4ft<\/strong> bezeichnet. Die Hergabe von Verm\u00f6genswerten, insbesondere f\u00fcr gemeinn\u00fctzige, mildt\u00e4tige oder kirchliche Zwecke wird als <strong>\u00dcberf\u00fchrung von Stiftungsverm\u00f6gen in den Grundstock der Stiftung<\/strong> bezeichnet.<\/p>\n<h3>Der Begriff der Nachhaltigkeit<\/h3>\n<p><strong>Nachhaltigkeit<\/strong> ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilit\u00e4t und der nat\u00fcrlichen Regenerationsf\u00e4higkeit des jeweiligen Systems im Vordergrund steht.<\/p>\n<h4>Begriffsgeschichte<\/h4>\n<p>Die Bezeichnung hat eine komplexe und facettenreiche Begriffsgeschichte. Das Wort Nachhaltigkeit stammt von dem Verb <em>nachhalten<\/em> mit der Bedeutung \u201el\u00e4ngere Zeit andauern oder bleiben\u201c. Heutzutage sind im Wesentlichen drei Bedeutungen zu unterscheiden:<\/p>\n<p>1. die urspr\u00fcngliche Bedeutung einer \u201el\u00e4ngere Zeit anhaltende[n] Wirkung\u201c (Duden)<\/p>\n<p>2. die besondere forstwissenschaftliche Bedeutung als \u201eforstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gef\u00e4llt werden darf, als jeweils nachwachsen kann\u201c (Duden)<\/p>\n<p>3. die moderne, umfassende Bedeutung im Sinne eines \u201ePrinzip[s], nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, k\u00fcnftig wieder bereitgestellt werden kann\u201c (Duden)<\/p>\n<p>Eine erstmalige Verwendung der Bezeichnung <em>Nachhaltigkeit<\/em> in deutscher Sprache im Sinne eines langfristig angelegten verantwortungsbewussten Umgangs mit einer Ressource ist bei Hans Carl von Carlowitz 1713 in seinem Werk <em>Silvicultura oeconomica<\/em> nachgewiesen. Carlowitz fragte, \u201ewie eine sothane [solche] Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen \/ da\u00df es eine continuirliche best\u00e4ndige und nachhaltende Nutzung gebe \/ weiln es eine unentbehrliche Sache ist \/ ohne welche das Land in seinem Esse nicht bleiben mag\u201c.<\/p>\n<p><strong>Nachhaltigkeit<\/strong> gilt in einem W\u00f6rterbucheintrag von 1910 als \u00dcbersetzung von lateinisch <em>perpetuitas<\/em> und ist das Best\u00e4ndige und Unabl\u00e4ssige wie auch das ununterbrochen Fortlaufende, das Wirksame und Nachdr\u00fcckliche oder einfach der Erfolg oder die Wirksamkeit einer Sache. Vor 1860 war die Bezeichnung als Substantiv noch nicht lexikalisch erfasst, im Rechtschreibduden erstmals 1915 (anders das Adjektiv <em>nachhaltig<\/em>); bis in die 1980er Jahre hatte sie alltagssprachlich die Bedeutung von Dauerhaftigkeit und wurde nicht f\u00fcr einen Begriff politischen Sinnes verwendet. Beispielsweise taucht das Wort <em>nachhaltig<\/em> in Meyers Konversations-Lexikon von 1905 auf im Satz \u201eUm eine nachhaltige Erw\u00e4rmung der R\u00e4ume zu liefern, m\u00fcssen die Kessel der Warmwasserheizung einen verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Inhalt besitzen\u201c, und des Weiteren in der Aussage, dass ein Forst bereits die <strong>nachhaltige Form einer Waldwirtschaft<\/strong> darstellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stiftung in ihren einzelnen Funktionen Der zeitliche Verlauf der Summe der Ertr\u00e4ge aus einer Stiftung (oder einer einzelnen Zustiftung) bei verschiedenen effektiven j\u00e4hrlichen (inflationsbereinigten) Renditen aus dem gestifteten Kapital ohne die Ber\u00fccksichtigung von sp\u00e4teren Zustiftungen. 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